trees in a park © extranoiseAll of the buildings, all of those cars
Were once just a dream
In somebody's head
(Peter Gabriel, Mercy Street)
Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, die Ameisenperspektive auf das eigene Leben einzutauschen gegen einen höheren Standpunkt. Es gibt viele Wege, das zu tun, anschließend schreibe ich mir das Ergebnis dann sehr gerne auf.
Falls mir etwas einfällt. Wie so oft hilft hier ein kleines Raster, um Fragen anzustoßen und die Gedanken zu ordnen.
David Allen, der Erfinder von Getting Things Done (GTD), vergleicht den Perspektivenwechsel mit einem Flug, bei dem man von der Landebahn bis auf 50.000 Fuß steigt und im ganz wörtlichen Sinn den Überblick (Horizons of Focus) gewinnt - oder auch wieder sinkt, wenn man mehr Details im Blick haben möchte. Die «Flughöhe» beschreibt er leider hauptsächlich mit Zahlen, ich ersetze das lieber durch Lebewesen, die mich anschaulicher an die jeweilige Perspektive erinnern: »
VANITY TOYS charm bracelet (detail) © briserisvegliWarum ist es so schwierig, einen freien Platz oder Raum auch wirklich frei zu halten? Warum füllen sich freie Oberflächen innerhalb kürzester Zeit mit allerhand Krimskrams? Weshalb wandern Gegenstände wie von Geisterhand zielsicher an genau die Stellen, die wir gerade erst geleert und gesäubert hatten?
Es geht um mehr als nur ums Aufräumen und Putzen.
Wir glauben zwar, mit dem Aufräumen einen Freiraum zu schaffen, doch wir schaffen letztlich nur ein Vakuum. Der Unterschied? »
Heute starte ich eine neue Reihe: Zitatequadrate. Es geht darin immer um die Balance zwischen zwei guten Dingen und deren schädliche Übertreibungen (s. Kasten unten).
Thema heute: Schicksal oder Freie Entscheidung?
Viele Einstellungen, die wir an anderen (oder an uns selbst) nicht mögen sind Übertreibungen eines guten Kerns, dem einfach das Gegenstück zur Balance gefehlt hat.
Wenn wir uns über das Verhalten eines anderen Menschen ärgern, sollten wir uns auf die Suche nach diesem guten Kern machen und ihn zuerst ausdrücklich anerkennen. Dann wird es leichter, einem Menschen zwecks Balance auch das Gegenstück dieses guten Kerns nahe zu legen, ihm einen Entwicklungsweg zu zeigen.
Auch das balancierende Gegenstück kann übertrieben werden: eine Übertreibung durch Ihr krasses Gegenteil zu ersetzen wäre eine Überkompensierung, keine wirkliche Verbesserung.
Zwei gute Dinge und ihre Übertreibungen bilden jeweils ein Quadrat von Wertvorstellungen und möglichen Entwicklungen. Das Wertequadrat als Konzept stammt von Paul Helwig, die Erweiterung zum Quadrat der Werte und Entwicklungsmöglichkeiten von Friedemann Schulz von Thun. Nur der Ausdruck als Zitatequadrat ist meine eigene Idee.
Freie Entscheidung oder Schicksal?
| «Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.»
Henry Ford (1863-1947) |
|
«Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.»
Reinhold Niebuhr (1892-1971) |
 |
 |
 |
|
«Was auch immer der Verstand sich ausdenken und glauben kann, kann er auch erreichen.»
Napoleon Hill (1883-1970)
|
 |
«Das Schicksal lenkt die Angelegenheiten der Menschheit, ohne erkennbare Ordnung.»
Seneca (5 v. Chr. - 65 n. Chr.)
|
Was sind Ihre Gedanken dazu? Schreiben Sie doch gleich hier einen Kommentar!
4-Stunden-Woche: Besser auf Deutsch oder auf Englisch?Letztes Wochenende ist die deutsche Ausgabe von Tim Ferriss' Buch The 4-Hour Workweek in meinem Briefkasten gelandet (full disclosure: der Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar geschenkt). Ferriss beschreibt darin seinen Weg, ein Leben in Abenteuer und Luxus zu verbringen und trotzdem nur 4 Stunden pro Woche fürs Geldverdienen (!) zu arbeiten.
Weil ich die englische Ausgabe schon gelesen hatte, war ich natürlich auf die Übersetzung sehr gespannt. Mich haben die Unterschiede zwischen der englischen und der deutschen Ausgabe interessiert. Gibt es welche? Welche Ausgabe kann man empfehlen? »
Lipstick © Simon EvansWas Stephen R. Covey etwas martialisch «Mission Statement» nennt, heißt bei uns eher «Leitbild». Braucht man eines? Zu welchem Zweck?
Nehmen wir lieber mal keine Parteiprogramme oder Selbstdarstellungen von Unternehmen zum Vorbild. Ein persönliches Leitbild zu formulieren und aktuell zu halten kann dagegen richtig Spaß machen. Gut formuliert hilft es
- bei Orientierungsfragen: Nach welchen Werten lebe ich eigentlich?
- bei Identitätsfragen: Wie kann ich in einer chaotischen Welt (m)eine Persönlichkeit entfalten?
- bei Entscheidungen: Woran halte ich mich in schwierigen Situationen?
- bei Partnerschaftsfragen: Was können andere von mir erwarten?
Wie formuliert man sein Leitbild gut? Meine persönlichen Kriterien dafür sollen überschaubar bleiben, mein Leitbild muss: »