Feiertage und Geburtstage kommen immer so überraschend, nicht wahr… ;-) ?
Von weltlichen Anlässen wie Hochzeitstag, Muttertag und Neujahr zu religiösen, wie Weihnachten, laylat al-miʿrādsch, Vesak, Holi or Pessach - auf der ganzen Welt fragen sich Menschen regelmäßig: wie kann ich Freunden und Familie eine Freude machen oder für sie ein ganz besonderes Geschenk finden?
Es gibt Geschenke, die man besser bleiben lässt, Geschenke zum Selbermachen (Do It Yourself, DIY) und optimale Zeitpunkte zum Anfangen.
Finger weg von manchen Geschenken (manchmal)
Ein paar Geschenkideen klingen einfach zu gut, um wahr zu sein. Zu Beginn wirken sie gut, aber später mutieren sie zu peinlichen Enttäuschungen oder gar zum Alptraum. Hier eine kleine Auswahl:
- Verantwortung
Lebewesen bedeuten immer Verantwortung. Eine wunderschöne Pflanze und noch mehr ein süßes Hündchen könnten das perfekte Geschenk sein. Kann der Beschenkte mit der Verantwortung umgehen? Wünscht sich jemand ausdrücklich ein Haustier, dann kann das täuschen. Besonders bei Kindern folgt aus dem Wunsch nicht zwingend die nötige Reife. Machen Sie zuerst einen Test. Fragen Sie Freunde oder Verwandte mit einem ähnlichen Haustier, ob Ihr Kind einmal die Woche auf das Tier aufpassen darf. Wenn Sie Verantwortung verschenken, müssen Sie auch bereit sein, sie notfalls wieder zurückzunehmen. - Verpflichtungen
Klar können Sie der Ansicht sein, dass Ihr Freund Rainer viel zu fett ist. Trotzdem wird eine Jahresmitgliedschaft im Fitness-Studio als Geschenk Ihrer Freundschaft nicht unbedingt förderlich sein. Ebenso wenig wie Abonnements von Zeitschriften oder Dienstleistungen, die Rainer nach der ersten Periode selber weiter bezahlen «darf». Ganz besonders, wenn sich das Abonnement stillschweigend verlängert - laut Kleingedrucktem… - Ihre Träume
Tante Klara hat recht: es ist etwas Wundervolles, Klavier oder Violine spielen zu können. Ich weiß: Klara wäre «beinahe» Pianistin geworden. Ja, ein ordentliches Musikinstrument ist ein wirklich großzügiges Geschenk. Und außerdem ist Tante Klara sowieso die Seele der Familie.
Leider wollen manche partout nicht Musiker werden, sondern Astronaut. Wie bei Haustieren gilt: Klara sollte erst testen, ob es ein echtes Interesse am Klavierspielen gibt.. - Same procedure as last year?
Noch ein Gutschein / Paar Socken / Diamantring. Toll!
Wirklich? Was vor zwei Jahren toll war, wirkte letztes Jahr bei der Wiederholung schon ein wenig abgegriffen. Für dieses Jahr würde ich da nicht mehr mit allzu viel Begeisterung rechnen. Selbst, wenn die Diamanten jedes Jahr doppelt so groß ausfallen wie im Vorjahr. Es gibt kaum etwas, was durch jährliche Wiederholung besser wird. - Sammlerstücke
Jedes mal bei Michael bewundern Sie seine kostbare Sammlung von Champagnergläsern aus dem 18. Jahrhundert. Wie der Zufall so spielt, hat ein unglaublich teurer Antiquitätenladen gerade ein wunderschönes Glas im Schaufenster. Gut, der Preis liegt jenseits von Gut und Böse, aber trotzdem: sollten Sie es nicht kaufen?
Nun ja, sind Sie Experte auf diesem Gebiet? Nein? Dann fragen Sie besser einen. Geben Sie niemals einfach vor, einer zu sein. Von alten Gläsern bis zu Dinosaurier-Fossilien gibt es zahllose Dinge, auf die sich ein Sammler gerade nicht spezialisiert hat - ganz anders als gedacht. Oder auf die sich ein Fälscher doch spezialisiert hat - ganz anders als gedacht. - «Besser als Dein altes!»
Laras Handy ist wirklich… vorsintflutlich. Kein Kalender, keine Emails, keine MP3-Wiedergabe. Wie kann man nur etwas so Altmodisches benutzen? Da wäre doch ein iPhone eine echte Verbesserung?
Ist Ihnen aufgefallen, dass Lara ihr winziges altes Handy immer in ihre engen Jeanstaschen schiebt? Hat sie nicht neulich über berührungsempfindliche Displays gelästert, weil man gar nicht spürt, wenn man etwas gedrückt hat? Hat sie eventuell schon einen ziemlich günstigen Handytarif gewählt, der genau zu ihren Bedürfnissen passt? Fans von elektronischem Spielzeug geben vermutlich gute Servicetechniker ab, aber als Nikoläuse sind sie oft ziemlich dürftig. - Ritterschlag durch Gestriges
Chrom, Gold, Leder… das sind doch die Materialien der Erfolgreichen, die im Leben etwas erreicht haben. Etwas aus diesen Materialien zu verschenken ist doch ein echter Ritterschlag, oder?
Aufwachen bitte, wir sind im Jahr 2007. Kaum jemand möchte heute noch einen Füllfederhalter benutzen (auffüllen, sauber machen, …). Verchromtes, handbetriebenes Küchengerät steht über kurz oder lang als Gerümpel im Weg herum. Schweres Briefpapier mit Wasserzeichen verhakelt sich im Tintenstrahldrucker. Die Tinte verläuft sowieso darauf. Und in Ihrem Bad, haben Sie da wirklich handgemachte, klobige Seifenklötze mit eingebetteten Kräutern der Provence - oder nicht doch einen praktischen Flüssigseifen-Spender?
Es gibt einfach keine wirklich immer passenden, edel-klassischen Geschenke. Man kann Tradition und Überlieferung nicht kaufen und verschenken. Sehr wohl dagegen können Sie Ihrer Tochter das lieb gewonnene Ding schenken, mit dem sie schon als Baby fasziniert gespielt hat. Oder Ihrem 40-jährigen, guten alten Freund das Spielzeug, das Sie ihn vor 30 Jahren nicht mal haben anfassen lassen. Egal, ob es ein Werbegeschenk oder ein Billigartikel war oder es Sie damals ein halbes Jahrestaschengeld gekostet hat. So etwas ist ein Geschenk.
Do It Yourself (DIY)
Nicht vergessen: Geschenke muss man nicht unbedingt kaufen. Auf vielen Websites gibt es Ideen für Do-It-Yourself-Geschenke. Inspiration finden Sie zum Beispiel hier:
- Achim Schmidtmann hat ein paar Ideen und weiter führende Links zusammengetragen.
- Schauen Sie auch mal hier hin, wenn Sie Ihren Schatz zum Valentinstag beschenken wollen.
- Wenn Sie Englisch sprechen, finden Sie in dieser Diskussion auf lifehacker.com vielleicht eine Idee.
Was tun, 4 Wochen vorher?
Zücken Sie Ihre Liste mit Ideen. Das ist die, mit der Sie letztes Jahr begonnen haben. Auf die Sie immer dann eine kleine Notiz machen, wenn jemand ganz begeistert von etwas spricht. Sie haben so eine Liste gar nicht? Dann nehmen Sie jetzt eine Karteikarte und schreiben schon mal eine Namensliste darauf. Tragen Sie die Karte immer bei sich.
Denken Sie auch ans Lernen, Sein und Tun, nicht nur ans Haben. Gelegenheiten, etwas zu lernen, etwas zu werden oder irgendwo Zeit zu verbringen können ein besseres Geschenk sein als so manches physische «Ding».
Richten Sie automatische Suchen und Email-Benachrichtigungen ein, auf Einkaufs- und Auktionsseiten wie ebay. Manchmal kennen Sie das perfekte Geschenk, können es aber nirgends finden - vielleicht ist es gerade ausverkauft oder wird nicht mehr hergestellt. Lassen Sie automatisierte Assistenten für Sie danach suchen.
Sammeln Sie Gutscheine. Ein paar Wochen vor besonderen Feiertagen fängt es an: Gutscheine in Anzeigenblättchen und Postwurfprospekten. Während des Jahres ist es vermutlich zu viel des Guten, ständig die Augen offen zu halten, aber jetzt könnte es sich auszahlen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Üben Sie sich im Do-It-Yourself. Sie wollen doch nicht gleich Ihren ersten Versuch als Geschenk weiter geben, oder? Vielleicht kennen Sie ja einen Routinier, der Ihnen ein paar Tricks zeigt?
Machen Sie einmal eine gründliche Inspektionstour durch die Geschäfte, ausserhalb der Rush Hour. Gehen Sie den Andrang der Massen aus dem Weg und sehen Sie sich genau, aber nur einmal an, was Sie zu kaufen planen. Machen Sie sich mit dem jeweiligen Durchschnittspreis vertraut, damit Sie später echte Schnäppchchen von vermeintlichen unterscheiden können. Machen Sie diese Tour, als ob Sie tatsächlich kaufen würden, aber schreiben Sie stattdessen nur die besten und die Durchschnitts-Preise auf Ihre Karteikarte (siehe oben).
3 Wochen vorher
Ab jetzt nur noch Einkaufs-Sprints. Sie gehen nur noch zum Preis-Check (und natürlich zur Schnäppchen-Jagd) durch die Geschäfte, die Sie auf Ihrer ausführlichen Tour ausfindig gemacht haben. Schnäppchen gemacht? Gut, ein Posten weniger auf Ihrer Karte.
Testen Sie diskret, ob sie mit Ihren Annahmen richtig liegen. Glückwünsche zum fünften Hochzeitstag zu verschicken und danach zu hören, dass die Scheidung seit einem halben Jahr durch ist macht keine Freu(n)de. Ihre Nichte könnte mittlerweile nicht mehr an Barbie interessiert sein. Auch das feurige All-you-can-eat-Essen beim Mexikaner mit Ihrem alten Freund ist möglicherweise kein beiderseitiger Spaß mehr, wenn sein Magen seit kurzem keine Jalapeños mehr verträgt.
Taggen Sie Ihre Medien. Wenn ein paar Fotos zu Ihrem Geschenk gehören, brauchen Sie natürlich die besten. Bei digitalen Bildern können Sie vielleicht mit Ihrer Foto-Verwaltungssoftware an einzelne Bilder Markierungen (tags, labels) wie «Geschenk» vergeben (oder den Namen des Feiertags). Bei Papierbildern kleben Sie einfach ein Post-It auf die Rück(!)seite. Das gleiche können Sie mit Musik-CDs machen, wenn ein paar Stücke darauf sind, die Sie auf eine selbst gemixte CD übernehmen wollen.
2 Wochen vorher
Schlagen Sie bei Online-Auktionen und Verkäufen spätestens jetzt zu. Riskieren Sie keinen Nervenkrieg mit der Post und keinen Überweisungsstress bis zur letzten Minute.
Finden Sie ein gutes Versteck für Ihre Geschenke. Es muss ja nicht gleich so krass wie diese Idee hier sein.
Kaufen Sie jetzt Geschenktaschen, besonders schöne Geschenkpapiere und Karten ein. Glauben Sie mir, das geht nicht auf den letzten Drücker - und grässliches, übrig gebliebenes Zeug wollen Sie sicher nicht zum Verpacken nehmen.
Last minute
Sein Sie außergewöhnlich und gehen Sie fremd. Wenn Sie der klassische Mitteleuropäer sind, schauen Sie mal in asiatische Läden hinein, und umgekehrt. Wählen Sie dort etwas aus, womit man zusammen Spaß haben kann - aus kleinen Alltagsläden, nicht aus speziellen Geschenkboutiquen. Greifen Sie zu mexikanischem Bier, bunten asiatischen Kochzutaten, französischem Käse, Erdnussbutter aus den USA oder meinetwegen auch zu echtem, deutschen Sauerkraut - Hauptsache, es verspricht Spaß fürs gemeinsame Ausprobieren..
Sein Sie vertraut und bleiben Sie «heimelig». Erinnern Sie sich noch, wie Sie diesen besonderen Menschen kennen gelernt haben? Wahrscheinlich haben Sie sich ohne viel Geld zusammen wohl gefühlt und allenfalls Dinge dazu gebraucht, die weder exklusiv noch schwierig zu besorgen oder teuer waren. Besorgen Sie sich diese Sachen wieder einmal und schwelgen Sie in Nostalgie. Oder stellen Sie nicht ganz ernst gemeinte «Imitate» dieser Dinge her.
Sein Sie er oder sie. Spenden Sie für eine gute Sache, für die der Beschenkte (vielleicht vergeblich) zu Spenden aufgerufen hat. Bitten Sie dort, wo sie spenden, um eine kleine Postkarte oder ein kleines Bild, das verdeutlicht, wofür die Spende verwendet wird. Dann brauchen Sie nur noch einen schönen Briefumschlag und: voilà, Ihr Geschenk.
Noch mehr?
Haben Sie noch mehr Tipps, wie man die Geschenke geregelt bekommt? Verraten Sie sie mir doch, unten in einem Kommentar.






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