@Zuhause.2Minuten - 15 neue Angewohnheiten für Sie


Stephen Smith fragte vorgestern auf dem HD BizBlog 1.2, welches Wochenend-Projekt man sich vornehmen könnte, um die To-Dos auf einer @Zuhause-Liste etwas zu dezimieren.

Ich mag solche Projekte überhaupt nicht, deswegen schlug ich auch sofort eines vor.

Warum ich solche Projekte nicht mag? Weil @Zuhause ohnehin mit zu vielen Punkten überfrachtet wird, die weder einfache Einzelschritte noch Projekte-Nächste-Schritte sind, sondern Angewohnheiten. Ich sage: wenn man «Müll runterbringen» tatsächlich als To-Do auf eine @Zuhause-Liste schreibt, läuft etwas völlig falsch.

Wozu dann ein Projekt? Ganz einfach: das Projekt ist das Schreiben der Liste von Angewohnheiten, die @Zuhause schön kurz hält. Damit der Unterschied zwischen den Listen klar wird, nenne ich diese neue Liste @Zuhause.2Minuten. Darauf schreibe ich kurze (weniger als 2 Minuten) Aktionen, die

  • eigentlich selbstverständlich sind,
  • durch Wiederholung (Gewohnheit) Effekte erzielen,
  • in jedem durchschnittlichen Haus erledigt werden können, immer wieder

...und das alles auch noch in 5 oder 10 Jahren.

@Zuhause.2Minuten: die Liste

Wenn Sie zuhause mal 2 Minuten Zeit haben (und nicht mehr), was könnten Sie auf die schnelle tun?

  1. Rotieren Sie Ihre Poster.
    Meistens haben wir mehr Poster als Wände dafür. Schöne Reiseerinnerungen, Lernstoff oder was auch immer Ihnen ein Poster wert war, sollte nicht zusammengerollt in einer Ecke verstauben. Nehmen Sie ein Poster von der Wand und hängen Sie ein anderes dafür auf. Öfters!
  2. Machen Sie etwas Obst zurecht und servieren Sie es Ihrem/r/n Liebsten mundgerecht.
    Sorgt für gute Laune und verdrängt schlechte Essensgewohnheiten.
  3. Holen Sie ein Kochbuch aus dem Regal, wählen Sie ein tolles Rezept fürs nächste Wochenende.
    Schreiben Sie den Namen es auf ein Post-It über dem Herd, dann können Sie sich drauf freuen und vergessen das Kochen nicht.
  4. Sehen Sie nach einem persönlichen «Broken Window» um und notieren Sie die Reparatur als Projekt, wenn sie nicht sofort möglich ist.
    Ein «Broken Window» ist etwas, was «eigentlich» repariert werden «sollte», aber nicht repariert wird und deswegen als Kristallisationspunkt für neue Unterlassungssünden mt nachfolgenden Problemen dient.
  5. Übernehmen Sie eine unangenehmen Aufgabe als Belohnung.
    Denken Sie kurz nach, wer zuletzt etwas wirklich Belohnenswertes (nicht unbedingt Großes) für Sie oder die ganze Familie getan hat. Statt Ihr Portemonnaie zu zücken oder sonstige materielle Belohnungen zu vergeben, erledigen Sie lieber eine kleine, aber wirklich unangenehme Aufgabe für sie oder ihn.
  6. Nehmen Sie Ihre Haare aus dem Sieb in der Dusche.
    Kennen Sie jemanden, der den Anblick mag?
  7. Sammeln Sie schmutziges Geschirr ein und stellen Sie es in die Geschirrspülmaschine
    Sein Sie kein Pyramidenbauer. Diese Spezies gedeiht zuhause (und in vielen Büros) und hängt dem Glauben an, dass dass «Mutti» immer da ist und generell nichts Besseres zu tun hat, als an den entlegensten Orten Tassen und Gläser einzusammeln und auch die kleinen Pyramiden auf der Spüle in die Geschirrspülmaschine einzuräumen.
  8. Stellen Sie ein ungelesenes Buch zurück ins Regal.
    Wenn Sie es wirklich lesen wollen, werden Sie es wieder heraus suchen. Ganz sicher.
  9. Werfen Sie eine alte Zeitung oder Zeitschrift ins Altpapier
    Sie lesen Sie doch nicht mehr. Am besten, Sie werfen den Zeitungskorb, diese manifestierte Einladung zum Schlamperei, gleich hinterher - der gehört aber vermutlich in den Restmüll.
  10. Räumen Sie ein herumliegendes Kleidungsstück weg.
    Entweder in den Kleiderschrank oder in den Korb mit Schmutzwäsche. Nach ein paar Tagen könnten Sie es sonst ohnehin gleich in letzteren werfen.
  11. Machen Sie eine Fläche frei.
    Schauen Sie sich nach irgendeiner waagrechten Fläche um, auf der etwas steht oder liegt, das nicht dort hingehört. Machen Sie die Fläche leer, ohne eine andere voller zu machen.
  12. Lüften Sie Ihre Zimmer für 5 Minuten.
    Regelmäßig kurz lüften wird ohnehin empfohlen.
  13. Räumen Sie eine unnötige Sache aus Ihrer Brieftasche oder Handtasche aus.
    Zum Beispiel einen Kassenbon (falls von der Buchhaltung nicht mehr benötigt), eine alte Fahrkarte oder Eintrittskarten für Kino, Theater und Zoo, eine abgelaufene EC- oder Kreditkarte (letztere bitte nicht einfach wegwerfen, stattdessen von Ihrer Bank entsorgen lassen).
  14. Trinken Sie ein Glas Wasser.
    Wenn Sie erst bis zum Durst warten, ist es schon zu spät. Was aber viele Menschen tun. Kein Wunder, dass die empfohlenen 2-3 Liter pro Tag eine unmenschliche Überwindung zu kosten scheinen.
  15. Beschriften Sie eine Mappe oder benennen Sie einen Dateiordner sauber.
    Nehmen Sie die im Moment am grässlichsten handbeschriftete Mappe (die, die Ihnen sofort ins Auge sticht) aus Ihrem Archiv und drucken Sie dafür ein sauberes Etikett aus. Oder sehen Sie Ihre Festplatte durch bis Sie zu einem Ordner kommen, dessen Name Ihnen nichts (mehr) sagt; sobald Sie herausgefunden haben, was darin steckt, benennen Sie den Ordner

Was könnte man noch auf diese Liste nehmen? Schreiben Sie mir doch einen Kommentar.

[Updates: zur englischen Fassung dieses Artikels habe ich ein paar interessante zusätzliche Vorschläge bekommen.]

Mehr?

Wenn 2 Minuten nicht genug sind, hier ein paar Anregungen und Quellen:

  • Das Abenteuer Motivation von Nicola Fritze ist ein gut gemachter Podcast mit Tipps und Tricks, wie man sich selbst und andere motiviert statt demotiviert. Im Text oben betonen einige Tipps, nur einen Missstand auf einmal zu beheben, selbst wenn danach noch mehr ginge oder man sogar Spaß an mehr hätte. Das ist eine der vielen Strategien, den inneren Schweinehund zum Partner zu machen, wie Nicola Fritze sie in den Episoden 12 (MP3), 13, 14 und 15 Ihres Podcasts vorstellt.
  • zenhabits von Leo Babauta ist eines meiner (englischen) Lieblingsblogs - Leo lebt und arbeitet auf Guam, ist (derzeit) sechsfacher Familienvater und schafft es trotzdem, im Tagestakt hervorragende Artikel von bleibendem Wert auf seinem Blog zu veröffentlichen (auf Englisch). Seinem Clean-as-you-go Artikel verdanke ich 10 gute Anregungen zum Thema hier.
  • Gretchen Rubin schreibt (auf Englisch) auf Ihrem Blog «The Happiness Project» über ziemlich jedes Verhalten, das glücklich macht. Sehr angenehm zu lesen, verglichen mit vielen typischen Quick-Fix-orientierten Blogs in den USA. Als Einstieg würde ich Ihren Artikel Seven tips for making yourself happier IN THE NEXT HOUR empfehlen.

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