Submitted by Rolf F. Katzenberger on Sun, 2008-08-24 21:20.
@farux: analysieren als Tätigkeit finde ich gar nicht überflüssig. Nur “Analyse” als “Phase”, die abgeschlossen sein soll, bevor man irgend einen weiteren Handstreich tut, das funktioniert meiner Erfahrung nach meistens nicht. Ein paar Gründe:
- Kundenwünsche ändern sich - die Analyse ist aber angeblich “fertig”. Es folgt der übliche Krieg ums Wer-soll-das-bezahlen.
- Das umfangreiche Analysedokument ist gespickt mit Annahmen und Spekulationen, die sich beim ersten Kontakt mit der Realität (sobald etwas entworfen, gestaltet, realisiert, programmiert werde muss) als hinfällig erweisen. Aber weil das Dokument ja so teuer war, “darf” es sich einfach nicht als (ähmmm…) “verbesserungsfähig” erweisen. Und: niemand steht natürlich gerne dumm da, also wird versucht, das Dokument ohne Feedback aus der Realität möglichst gut und wasserdicht zu machen - statt einfach zuzugeben, dass man vorab unmöglich alles weiß und deswegen zusammen mit dem Kunden eben lernen und verbessern muss.
- Die “Analyse” wird als Phase betrieben, weil “man” das eben “professionell” so macht. Die Resultate gelten dann als heilig - wenn es damit ein Problem gibt, ist es wohl das des Realisierers (Programmierers, Kreativen, Grafikers, …). Analysen werden von einer eigenen Kaste (Analytiker) fabriziert, die für die Machbarkeit nicht gerade stehen, keine “reality checks” anhand von Prototypen o.ä. durchführen und auch nie ein Realisierungswerkzeug (Programmiersprache, Grafiktablett, ) anfassen müssen. Taylorismus pur, eben.
Analyse
@farux: analysieren als Tätigkeit finde ich gar nicht überflüssig. Nur “Analyse” als “Phase”, die abgeschlossen sein soll, bevor man irgend einen weiteren Handstreich tut, das funktioniert meiner Erfahrung nach meistens nicht. Ein paar Gründe:
- Kundenwünsche ändern sich - die Analyse ist aber angeblich “fertig”. Es folgt der übliche Krieg ums Wer-soll-das-bezahlen.
- Das umfangreiche Analysedokument ist gespickt mit Annahmen und Spekulationen, die sich beim ersten Kontakt mit der Realität (sobald etwas entworfen, gestaltet, realisiert, programmiert werde muss) als hinfällig erweisen. Aber weil das Dokument ja so teuer war, “darf” es sich einfach nicht als (ähmmm…) “verbesserungsfähig” erweisen. Und: niemand steht natürlich gerne dumm da, also wird versucht, das Dokument ohne Feedback aus der Realität möglichst gut und wasserdicht zu machen - statt einfach zuzugeben, dass man vorab unmöglich alles weiß und deswegen zusammen mit dem Kunden eben lernen und verbessern muss.
- Die “Analyse” wird als Phase betrieben, weil “man” das eben “professionell” so macht. Die Resultate gelten dann als heilig - wenn es damit ein Problem gibt, ist es wohl das des Realisierers (Programmierers, Kreativen, Grafikers, …). Analysen werden von einer eigenen Kaste (Analytiker) fabriziert, die für die Machbarkeit nicht gerade stehen, keine “reality checks” anhand von Prototypen o.ä. durchführen und auch nie ein Realisierungswerkzeug (Programmiersprache, Grafiktablett, ) anfassen müssen. Taylorismus pur, eben.